Mission roter Frühling

Klappentext:

Wer hätte gedacht, dass hinter einer trockenen Kontaktanzeige so ein Volltreffer steckt?

Als Lenz zufällig über eine Kontaktanzeige stolpert – er, 31, 187 cm, bevorzugt aktiv; diskret, unkompliziert –, ist er zunächst kaum beeindruckt. Zu sachlich, zu nüchtern. Doch je länger die Zeilen in ihm nachhallen, desto mehr fasziniert ihn der Absender. Das erste Treffen läuft nicht nach Plan – macht aber eines deutlich: Es wird nicht bei dem einen Mal bleiben.

Sams Bedingungen sind simpel: Treffen ohne Drama. Keine Fragen zum Privatleben.

Perfekt für Lenz’ eigenes Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Doch jeder Kuss macht die Regeln weicher, jedes Wiedersehen schärft seine Neugier – bis sie größer wird als sein Wunsch nach Distanz und das Schicksal ihn eine rote Linie überschreiten lässt, die alles auf den Kopf stellt.

Dabei hätte alles so einfach sein können.

Mission roter Frühling ist der 3. Band der queeren Romanreihe Über’m Regenbogen. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig gelesen werden.

Ebook: EUR 3,99
Print: EUR 13,49
ASIN: B0GHNKHBFF
ISBN:  978-3-565206-52-0
Umfang: 268 Seiten
Publisher: A.C. Lelis
Erscheinungsdatum: 1. Auflage, 29.01.2026
Genre: MM Romance, Alltag, NewAdult


Cover: Mission roter Frühling


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Weitere Bücher aus der Reihe:

Cover Über mir blauer Himmel

Cover ich und das Gelbe vom Ei



Auszug:

Er (31 J., 187 cm, 20 × 6 cm, bevorzugt aktiv) sucht diskreten Ihn (min 18 J., schlank, rasiert) für gelegentliche sexuelle Abenteuer. Nur OV & AV, nicht verbunden mit BB, SM, Sekt o. Ä. Bei Interesse bitte mit aktuellem Foto melden. Nichtraucher bevorzugt.

»Boah, wie nüchtern ist das denn?« Amüsiert hält mir Heiko die Anzeige, die er gerade gelesen hat, unter die Nase. »Wenn man schon so viel Geld für diese Scheiße ausgibt, sollte man sich doch wenigstens Mühe geben, attraktiv oder wenigstens originell rüberzukommen. Wer antwortet denn auf so etwas?«

»Na ja, Typen, die diskret, erwachsen, schlank, rasiert und wahnsinnig verzweifelt sind«, schlage ich vor, nachdem ich sie überflogen habe. »Meinst du, die Größe stimmt?«

»Welche Größe?« Er wirft einen zweiten Blick in die Zeitung. »1,87? Wieso nicht.«

»Nein, die andere. Zwanzig Zentimeter mal sechs Zentimeter. Vielleicht dachte er, das spricht für sich.« Ich lache, als Heiko ein perplexes Gesicht zieht. »Wozu noch originell sein, wenn man so ein Ding in der Hose hat?«

»Oh.« Heiko starrt auf die Ziffern. »Oh! Das meinte er damit … na dann …« Er lacht ebenfalls, jedoch etwas hämisch. »Wenn ihm das einer abkauft, hat er vielleicht eine Chance. Aber du brauchst schon ein Glossar, um bei seiner Anzeige durchzusteigen, oder? BB – Bareback, SM – klar, Sekt? Was meint er denn damit?«

»Natursekt«, erläutere ich ihm schmunzelnd. Als darauf immer noch keine Lampe über seinem Kopf angeht, füge ich erklärend hinzu: »Pipispielchen.«

»Ach so …« Er wirkt kurz verlegen, schüttelt es aber schnell wieder ab. »Also, er mag überhaupt nichts, was kinky ist.«

»Immerhin stellt er das von vornherein klar«, meine ich und gähne. »Von wegen keine enttäuschten Erwartungen und so …«

So gesehen ist die Anzeige sicherlich ehrlicher als alles andere, was sich in der Zeitschrift noch aufreiht, vorausgesetzt, die Größe stimmt.

Wir sitzen in einem Café auf dem Campus und trinken Latte macchiato, während wir auf unsere nächste Vorlesung warten. Heiko ist auf die Idee gekommen, das Partymagazin der Stadt, welches im Eingangsbereich ausliegt, mit an unseren Tisch zu nehmen. Eigentlich finde ich es ziemlich stumpfsinnig, mir diese Anzeigen durchzulesen. Die Leute, die sie aufgegeben haben, müssen echt hoffnungslos sein, wenn sie es in Zeiten von Dating-Apps nicht anders auf die Reihe kriegen. Aber eben aus diesem Grund habe ich auch keine Lust, mich über sie lustig zu machen.

»Ich wette, das ist ein Buchhalter oder so ein Bürohengst.« Heiko starrt immer noch auf die Anzeige. »Der sucht knallhart nach anonymem Sex, sagt von vornherein genau, was er haben will und wofür er nicht zu haben ist. Viel Raum für Überraschungen bleibt da nicht.«

»Zumindest nicht auf seiner Seite. Er will ja sogar noch Fotos von den Bewerbern.«

»Stimmt. Und er selbst hat sich gar nicht beschrieben, außer dass er in jeder Hinsicht recht groß ist.«

Ich nehme einen weiteren Schluck von meinem Getränk und beobachte die anderen Gäste des Cafés. Natürlich sind es überwiegend Studenten, vielleicht noch ein paar Dozenten, aber ansonsten verirrt sich niemand in das Campus-Café. Es kommt mir so vor, als hätte ich sie alle schon einmal gesehen. Niemand interessiert mich.

Plötzlich werde ich auf ein tatsächlich bekanntes Gesicht aufmerksam und winke ihm zu. Als der Besitzer mich erkennt, steht er sofort von seinem einsamen Platz auf, nimmt seinen Rucksack und das Buch, in dem er gerade noch gelesen hat, und kommt an unseren Tisch. »Hi Lenz! Dich habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen.«

»Ja, ist schon wieder eine ganze Weile her«, stimme ich entspannt lächelnd zu. »Kennst du Heiko? Er studiert mit mir zusammen.«

Chris’ auffallend grüne Augen mustern Heiko kurz, dann reicht er ihm die Hand. »Hi, ich bin Chris.«

»Hi«, murmelt Heiko undeutlich.

Er ist immer schüchtern bei der ersten Begegnung. Das legt sich, wenn er die Hoffnung aufgegeben hat, dass mehr daraus werden könnte. Sobald es auf Freundschaft hinausläuft, entspannt er sich und kann sogar richtig frech werden; leider zu spät. Würde er diese Seite früher zeigen, hätte er wohl größere Chancen, mal bei jemandem zu landen. So aber ist und bleibt er eher der Kumpeltyp.

»Und was macht ihr heut noch so?«, erkundigt sich Chris und lässt sich auf den freien Stuhl an unserem Tisch fallen. Sein Blick fällt auf die Kontaktanzeigen. »Ist bei euch der Notstand ausgebrochen?«

»Nein, Heiko mag nur gerne drüber spekulieren, wer sich hinter den Anzeigen verbirgt.« Ich deute auf unsere eben besprochene Anzeige. »Der da zum Beispiel ist Buchhalter.«

»Aha?« Skeptisch liest Chris den Schriftfetzen. Seine Augenbrauen zucken aufwärts. »Oh, wenn die Angaben stimmen, dürfte der meine Bücher gerne mal prüfen.«

»Echt?«, wundert sich Heiko. »Klingt doch total langweilig, der Typ.«

»Zwanzig Zentimeter sind immer ein gewisses Abenteuer.« Chris zwinkert mir zu. »Und wo genau die sechs Zentimeter gemessen wurden, würde mich auch interessieren.«

»Das wird wohl der Durchmesser sein«, klärt ihn Heiko mit seinem neuen Wissen auf.

Chris grinst amüsiert. »Tatsächlich?«

»Er meinte, wo genau«, erkläre ich Heiko freundlich. »Wurzel, Schaft oder Eichel.«

»Ach so«, murmelt Heiko verlegen und flammt auf.

Chris gluckst und wirft mir einen kurzen Blick zu, der mich überrascht. Er findet Heiko offenbar süß. Na, wenn man auf diese gewisse Naivität steht, ist er es wohl auch. Ich ziehe Männer vor, die erfahren sind und wissen, wo sie im Leben stehen.

Mein Blick fällt auf die Anzeige. So gesehen scheint der Buchhalter gar nicht so uninteressant. Er weiß definitiv, was er will – auch wenn das nicht viel ist.

Ich ziehe die Anzeige noch einmal zu mir heran. »Vielleicht schicke ich ihm ein aktuelles Foto von meinem Schwanz.«

»Ernsthaft?!«, ächzt Heiko. »Warum?«

»Weiß nicht …« Ich nippe nachdenklich an meinem Kaffee. »Je öfter ich die Anzeige lese, desto besser gefällt sie mir. Schätze, man kann es wenigstens mal ausprobieren. Wenn er hässlich ist, muss ich ihn ja nicht ficken. Aber ansonsten … Was riskiert man da schon?«

»Na ja, da er nicht auf Bareback steht … nicht viel«, stimmt Chris zu. »Aber wenn du es nötig hast, kann ich dir auch ein paar meiner Freunde vorstellen, die du noch nicht kennst.«

»Nö, die könnte ich auch so kennenlernen«, entgegne ich. »Aber der da … Den gibt es nur mit der Anzeige. Niemand kennt ihn. Er ist nur ein Fick. Wenn er langweilig ist, muss ich ihn nie wiedersehen. Wenn er geil ist, werde ich sein kleines, schmutziges Geheimnis, das er vor seinem restlichen Leben verbirgt.«

»Meinst du, er ist nicht geoutet?«, hakt Heiko nach.

»Natürlich nicht, guck mal: diskreten ihn.« Chris tippt mit dem Finger auf die Worte. »Wahrscheinlich ist er verheiratet, bi und steht drauf, Männer heimlich in den Arsch zu ficken. Darum auch gelegentliche sexuelle Abenteuer. Das heißt, er kriegt deine Telefonnummer, und wenn er geil ist, sagt er dir, wann und wo.«

Heiko mustert mich kritisch. »Und darauf hättest du Lust?«

»Klar, ich bin jung und frei«, gebe ich locker zurück. »Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich mach gleich heute Abend ein Bild von meinem Schwanz.«

»Wieso von deinem Schwanz? Meinst du, ihn interessiert dein Gesicht nicht viel eher?«

»Ich würde ein Bild von deinem Arsch machen«, erklärt Chris spöttisch. »Immerhin ist er aktiv.«

»Heiko, es ist unfair, wenn er mein Gesicht kennt, ich aber nicht seines«, erkläre ich und wende mich dann an Chris. »Danke, ich mache das Bild lieber allein. Aber vielleicht von Arsch und Schwanz.«

»Oh schade … Ich hätte dir sonst auch beim Rasieren geholfen«, neckt mich Chris und lacht dann, um die Aussage zu entschärfen.

Heiko ist dennoch sichtlich befangen. Er ist so süß unschuldig.

»Tja, Pech«, entgegne ich und bin dann ein bisschen gemein. »Vielleicht möchte Heiko ja von dir rasiert werden.«

Sofort wendet sich Chris spekulativ an Heiko. »Ja?«

»Nein, danke …«, brummelt der und wird auch prompt knallrot.

Ich grinse böse und verstecke es, indem ich die Zeitschrift greife und in meiner Tasche verschwinden lasse. »Vielleicht ein anderes Mal. So, wir müssen zur Vorlesung, Heiko.«

Er scheint dankbar, der Situation zu entkommen, und leert seinen bisher recht vernachlässigten Kaffee mit wenigen Zügen. Chris beobachtet ihn dabei ganz unverhohlen. Schließlich kramt er in seinem Rucksack nach einem Stift und schnappt sich unvermittelt Heikos Hand, was der verdutzt geschehen lässt. Flink kritzelt Chris auf seinen Unterarm ein paar Ziffern – seine Handynummer. »Falls du es dir noch anders überlegst. Ich bin wirklich gut im Rasieren, alternativ kann ich auch Kaffee kochen.«

Heiko schluckt sichtbar und bringt keinen Ton heraus. Hilfsbereit springe ich für ihn ein. »Er überlegt es sich bestimmt noch. Wer könnte da widerstehen.« Damit erhebe ich mich und lege meine Hand auf Chris’ Schulter. »Was machst du denn am Wochenende? Wollen wir mal wieder tanzen gehen?«

»Klar.« Er greift nach seinem Buch. Anscheinend hat er es nicht so eilig wie wir. »Meld dich einfach und bestimm das Wann und Wo. Ich bin wieder recht flexibel, seit das mit Jonas vorbei ist.«

»Oh sorry, das wusste ich noch gar nicht.« Ich mache große Augen, um das Bedauern und die Bestürzung auszudrücken, die ich eigentlich nicht empfinde. Jonas ist ein komischer Vogel. »Aber reden wir doch Samstag drüber. Zehn Uhr. Luna

»Check.« Er grinst in Heikos Richtung. »Kommst du auch?«

»Mal sehen«, nuschelt der unsicher.

Ich verdrehe die Augen. »Ich schleife ihn schon irgendwie mit«, versichere ich Chris und beuge mich vor, um ihm ins Ohr zu raunen. »Er ziert sich immer am Anfang. Vermutlich könnte ein bisschen Alkohol Wunder wirken.«

»Danke für den Tipp«, raunt Chris zurück. »Dann bis Samstag, ihr zwei!«

»Bye«, haspelt Heiko und flüchtet, ohne auf mich zu warten. Kopfschüttelnd laufe ich ihm hinterher, nachdem ich Chris noch einen Kuss auf die Wange gehaucht habe.

»Hey! Wie willst du jemals einen Kerl finden, wenn du immer reagierst wie eine keusche Jungfrau?«, erkundige ich mich, als ich Heiko eingeholt habe.

»Dein Freund ist ein Aufreißer. Vielleicht will ich so einen gar nicht. Schon mal überlegt? Kann ja nicht jeder auf bedeutungslosen Sex stehen.«

»Er kann es auch ernst meinen. Immerhin war er die letzten Wochen ganz schön ernsthaft mit diesem Jonas zusammen«, erkläre ich ihm gemäßigter.

»Dann ist er jetzt bestimmt nicht bereit, sich noch mal auf etwas Ernstes einzulassen. Und ich habe keine Lust, auf seiner Liste für Trost- und Ablenkungssex zu stehen.«

Ich seufze. »Okay, wenn du das so siehst. Ich denke aber, du bist einfach nur feige.«

Darauf trifft mich ein beleidigter Blick. »Oh ja, und du bist ja so viel mutiger, weil du dich mit anonymen Inserenten triffst, die von vornherein an nichts Ernstem interessiert sind. Du bist feige!«

»Oh komm schon … Das ist doch nur Spaß. Drück mir nicht das Label eines promisken Homos auf.«

»Also hast du es nicht ernsthaft vor?« Er klingt beruhigt.

»Weiß noch nicht … Ist ja auch noch gar nicht raus, ob er auf meine Antwort reagiert.«

»Hast du wirklich vor, ihm deinen Unterleib nackt auf einem Foto zu servieren?« Er drückt sich ja mächtig kompliziert aus, nur um nicht Schwanz und Arsch zu sagen.

Ich schmunzle. »Wenn, dann das.«

»Oh Mann!« Heiko wirft einen Blick auf meinen Hintern. »Er wird sich melden.«

Und das meine ich mit Auftauen: Wenn er solche Sprüche eher gebracht hätte, wären wir längst zusammen im Bett gelandet. Ich lache auf und recke mich, um ihm einen feuchten Kuss auf die Wange zu drücken. »Du bist so süß, Heiko. Danke!«

Verlegen wischt er sich übers Gesicht und blickt sich um, als wolle er sichergehen, dass es niemand gesehen hat. Ich unterdrücke ein Schmunzeln.

Am AStA-Gebäude lehnen tatsächlich ein paar Mädels, die uns neugierige Blicke zuwerfen. Aber ich bereue nichts. Jetzt wissen sie wenigstens, dass sie keine Chance haben – zu ihrem Bedauern. Heiko ist schon ein attraktiver Typ. Gut eins neunzig groß, mit breiten Schultern – da überrascht es nicht, dass ihn die Größe des Buchhalters nicht besonders beeindruckt hat. Mein Typ ist er jedoch nicht: Er hat ein sehr maskulines Gesicht und schöne Augen mit langen, dunklen Wimpern, die seiner Erscheinung eine beinahe groteske Sanftheit verleihen. Unterstrichen wird das noch durch seine hellbraunen Locken. Heiko ist ein sanfter Riese.

Ich selbst habe meinen Marktwert bei Frauen noch nie getestet. In der Schwulenszene komme ich allerdings ganz gut an. Mit 1,75 m bin ich nicht besonders groß. Früher habe ich meine Haare gehasst, weil sie mit Sommersprossen und Sonnenbrand verwandt sind. Mittlerweile denke ich, dass mein helles Rotblond doch etwas Besonderes ist. Vom Gesicht und Körperbau her bin ich eher ein Twink. Ich muss mich zwar regelmäßig rasieren, habe aber sonst kaum Körperbehaarung. Trotz regelmäßigem Training baue ich nur wenig Muskelmasse auf – wahrscheinlich, weil ich einfach zu wenig Fett auf den Rippen habe.

»Halt mich auf jeden Fall auf dem Laufenden«, bittet Heiko noch, als wir das Unigebäude betreten, in dem unsere nächste Vorlesung stattfindet. »Interessiert mich, was er tatsächlich beruflich macht.«

»Wenn er es mir verrät, sag ich dir Bescheid«, verspreche ich ihm spöttisch. »Willst du mit mir wetten? Wenn er Buchhalter ist, gewinnst du. Wenn er was ganz anderes macht – also nichts mit Zahlen oder Bilanzen –, gewinne ich.«

»Gewinne ich auch, wenn er auf andere Art ein Bürohengst ist?«, erkundigt er sich skeptisch. »Wäre sonst unfair: Du hast alle Sektoren und ich nur einen Beruf.«

»Na ja, okay, aber es muss ein trockener Bürojob sein«, verlange ich. »Nichts Kreatives. Auf jeden Fall irgendwas mit Finanzen, Versicherungen oder Verwaltung.«

»Okay.« Heiko wiegt den Kopf. »Und um was spielen wir?«

»Wenn ich gewinne, stellst du eine Anzeige in das Magazin und gehst mit mindestens einem von den Typen, die sich darauf melden, aus«, schlage ich grinsend vor.

Heiko stöhnt. »Okay, und wenn ich gewinne, gehst du mit mir aus.«

»Ach, willst du das?«, erkundige ich mich erstaunt.

»Klar, und du zahlst für alles: Essen, Kino und Tanzen. Das perfekte Date. Damit du auch mal erlebst, wie das zivilisierte Menschen machen, die nicht sofort miteinander ins Bett hüpfen.«

»Oh, Vorurteile!«

Ich bin eher erleichtert, dass er denkt, es wäre eine Strafe für mich. Abgesehen vom Bezahlen finde ich es eigentlich ganz lustig, mit ihm auszugehen. Ich denke nicht, dass er sich Hoffnungen macht oder überhaupt etwas von mir will. Das würde ich merken. Wahrscheinlich wird er mich den Abend ziemlich ausnehmen. »Ich war auch schon mal auf so einem schnöden Date

»Na, dann kennst du es ja.« Heiko reibt sich schmunzelnd die Hände. »Ich suche den Film aus.«

»Haben wir nach dem Tanzen auch Sex?«, erkundige ich mich mit einem Augenaufschlag.

Er schnaubt. »Hey, das soll eine Strafe für dich sein.«

»Eben.«

»Mistkerl!«, schimpft er unernst und schnipst mir hinters Ohr. »Ich finde meinen Wetteinsatz ohnehin schon viel schlimmer. Sicher melden sich ganz viele Psychopathen auf so eine Anzeige.«

Ich reibe mir wehleidig das misshandelte Ohr. »Oh ja, Typen wie ich zum Beispiel.«

»Na, dann habe ich ja nichts zu verlieren.«

Lachend betreten wir den Vorlesungssaal und suchen uns zwei freie Plätze. Da es nur ein kleiner, flacher Raum ist, gibt es nicht sonderlich viel Auswahl. Kommt davon, wenn man so etwas wie Kulturwissenschaften studiert.

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